Nutria-Invasion: Hamburgs Flutschutz bedroht? / Oelschläger: „Deiche schützen Menschenleben. Senat unterschätzt Gefahr“

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Nutria: Die Nagetiere graben Gänge und Luftröhren, Höhlen und Kessel in die Deiche und entlang von Flussufern und Feldrändern

Nutrias, auch Sumpfbiber genannt, stammen aus Südamerika. Die Nagetiere breiten sich rasant in Deutschland aus und richten mit ihrer Wühlarbeit erhebliche Schäden an. Auch Deiche werden unterminiert und können im Ernstfall dadurch entscheidend geschwächt sein. Dass diese Gefahr auch Hamburg droht, ergab eine Anfrage der AfD-Fraktion (Drucksache 21/15540). Ob der Senat für 2018 Informationen zu Schäden durch Sumpfbiber auf Hamburgischem Staatsgebiet habe, wollte die Abgeordnete Andrea Oelschläger, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, wissen. Die Antwort: „In den Vier- und Marschlanden ist die Nutria flächig mit einer deutlich sichtbaren Population vorhanden.“ Auch Schäden seien bereits sichtbar. Handlungsbedarf sieht der Senat trotzdem nicht. Selbst ein intensiveres Monitoring ist nicht geplant. 

Noch vor einem Jahr besaß der Senat nicht einmal Kenntnisse über die Tiere in Hamburg (Drucksache 21/11293). In Niedersachsen hat man die Nutria-Gefahr dagegen viel stärker im Blick. Dort soll unter anderem das Jagdrecht verschärft werden, um die Population zu reduzieren, meldete das Hamburger Abendblatt (19.9.2018). Es gehe um den Schutz von Menschen, die hinter Deichen leben, warnte auch der niedersächsische Wasserverband.

Dazu die umweltpolitische Sprecherin der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft Andrea Oelschläger:
„Ob eingewanderte Tierarten bekämpft oder eher toleriert werden sollten, ist umstritten. Die Nutrias aber richten allein in Niedersachsen jährlich Schäden in Millionenhöhe an. Vor allem aber stellt ihr Verhalten eine erhebliche Gefahr dar. Auch viele Hamburger sind auf den Schutz durch Deiche angewiesen. Der Senat sollte die Gefahr nicht unterschätzen.“

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