Äußerungen Björn Höcke / AfD-Fraktion: Deutsch-jüdisches Verhältnis muss sensibel behandelt werden

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Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke sagte in einer Rede vom 17. Januar in Dresden: „Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“
Die AfD-Fraktion Hamburg hält diese Formulierung für unglücklich und politisch falsch.

Dazu der Parlamentarische Geschäftsführer in der Hamburgischen Bürgerschaft Dr. Alexander Wolf:

„Es gehört zu unserem Grundverständnis, dass wir mit der deutschen Geschichte der 1930er/1940er Jahre und insbesondere mit dem Holocaust besonders sensibel umgehen müssen. Die Äußerungen von Björn Höcke werden dieser historischen Verantwortung in keiner Weise gerecht.“

8 Kommentare

  1. Wir, die wir mehrheitlich noch nicht geboren waren, als Nazi-Deutschland existierte, können offensichtlich zwei Themen nicht vollumfänglich erfassen:

    – Das eine Thema ist das unendliche Leid, dass Deutschland damals über viele Völker dieser Welt und – schließlich – über sich selbst brachte.

    – und das zweite Thema ist die uns nach dem Krieg von drei Siegermächten gelehrte Demokratie. Dieses mühsame Erlernen der Demokratie sollte eine Wiederholung des schrecklichen Leids für alle Zeiten verhindern.

    Entweder haben wir nicht richtig aufgepasst oder die Demokratie schon wieder vergessen. Denn noch vor wenigen Jahren gab es fast keine Demokratie mehr. Ich sah vielmehr einen politischen Einheitsbrei, bei dem es keine Rolle spielt, welche Partei man wählt. Mir erschienen sämtliche etablierten Parteien eher wie Totengräber unserer Demokratie.

    Das änderte sich schlagartig, als sich die Alternative bildete! Plötzlich gab es wieder eine echte Opposition. Die AfD ist nicht die Ursache der heutigen Verwerfungen sondern die Wirkung des vorigen Demokratieverlustes.

    Das Mahnmal in Berlin steht für die vor rund 75 Jahren ermordeten Juden.

    Viel näher ist mir das zur Zeit stattfindende Bemühungen der Gesinnungsmedien, der etablierten Politiker und der Antifa-Schläger um die endgültige Ausrottung unserer schwerkranken Demokratie. Das Bemühen um das Niederschlagen der einzigen Opposition, der AfD.

    Herr Höcke hat Geschichte studiert. Er will unsere Aufmerksamkeit auf unsere Gegenwart und nahe Zukunft lenken. Denn als Geschichtskenner weiß er: Zuerst stirbt die Demokratie. Und dann sterben – wieder – Menschen.

    Das Mahnmal in Berlin mahnt nicht zum Erhalt der Demokratie sondern es wird missbraucht, um die für eine Demokratie unabdingbare Opposition zu lähmen und zu vernichten. Und damit ist der Grundstein für das nächste Mahnmal schon gelegt.

    Nicht das Mahnmal ist eine Schande sondern die Nutzung des Mahnmals zur Unterbindung von echter Demokratie.

    Viele Grüße

    • Guter Beitrag. Danke. Ich möchte noch darauf hinweisen das das Mahnmal auch vor dem Bau umstritten war. Siehe Wiki.
      Ich möchte weiterhin darauf hinweisen das wir den jungen und sehr jungen Menschen die in diesem Lande leben (auch den Deutschen Bürgern mit MiHiGru ?) ein schweres Erbe hinterlassen wenn wir aus den Fehlern die ihre Vorfahren gemacht haben die falschen Schlüsse ziehen und wieder etwas besonderes seien wollen. Diesmal die Moralweltmeister. Glauben wir, das wir es besser können als die Anderen ? In den Nachrichten seriöser Medien lesen / hören wir fast täglich von ethnischen und religiösen Auseinandersetzungen. Das ist auch ein Hauptfluchtgrund. Warum sollten wir es besser können als die Amerikaner ? Schwarze, Weiße, Latinos ? Juden und Araber ? Türken / Kurden ? Sunniten / Schiiten ? usw. usw.. Warum müssen wir dann Moralweltmeister sein und im Gegensatz zu unseren Freunden ohne Obergrenze Menschen aus ganz anderen Kulturräumen in unser Land lassen ? Wegen unserer Vergangenheit ? Deshalb den Jungen Menschen diese Bürde aufladen ? Nun, die Stimmung kippt und für viele gilt die „Moral“ nicht mehr für die auf dem Balkan aktuell frierenden Migranten. Jetzt denkt man über Maßnahmen nach die vor kurzem noch menschenverachtend waren.
      Die eigentliche Konfliktlinie läuft doch zwischen“ realistischer“ und „moralischer“ Politik.
      Ich empfehle hierzu 2 Sozialdemokraten. ZON : Helmut Schmidt : Wertegebundene Außenpolitik ist abwegig. SPON : Martin Neuffer (Ehemaliger Intendant des NDR) : Die Reichen werden Todeszäune ziehen. Darum geht es. Um die Zukunft. Und Höcke, scheint mir, bekämpft eine „Schuldkultur“, die dazu beitragen kann uns und unsere Nachkommen in eine gefährliche Zukunft zu führen .
      MfG

      • „….Mahnmal umstritten….“ Aktuell bei SPON : Jakob Augstein der versucht die wesentlich eindeutigeren Aussagen / Befürchtungen seines Vaters um zu interpretieren. Große Interpreten waren gestern auch bei SPON Sascha Lobo (das ist der mit dem Irokesenschnitt (Die Irokesen waren ein sehr fremdenfeindlicher Indianerstamm in Nordamerika.)) und Friedmann bei Welt on. Bemerkenswert wie ähnlich sich linke Internationalisten und neoliberale Globalisierer sind. Beide scheinen davon zu träumen das Massen von Wanderarbeitern durch offene Grenzen strömen und durch Lohn _ und Sozialdumping den Sozialstaat zerstören und Europa ins Chaos stürzen.
        MfG

  2. Auch ich finde die Formulierungen sehr unglücklich. Das Mahnmal in Berlin und auch alle kleinen und grösseren Denkmäler in Hamburg sollen uns davor bewahren, erneut Menschen unmenschlich zu behandeln. Für die Toten von damals tragen wir keine Schuld, aber wir tragen die Verantwortung, dass Unmenschlichkeiten welcher Art auch immer nicht wieder passieren. Auf Deutschland kann man stolz sein, auf dieses 33-45er-Kapitel nicht.

  3. „…aber wir tragen die Verantwortung, dass Unmenschlichkeiten welcher Art auch immer nicht wieder passieren.“

    Wir tragen die Verantwortung. OK. Aber was macht die Politik gegen den Terror und die Gewalttäter, die derzeit unser Land überschwemmen. Ca. 500 davon sind als gewaltbereit bekannt. Und wieviele gibt es, die den Politikern, dem Verfassungsschutz oder wem auch immer, nicht bekannt sind. Und wenn wir diese Gewalttäter abschieben wollen, dann „tun sich die GRÜNEN schwer damit, dem zuzustimmen“ (Originalzitat, heute im NDR gehört!)

    Unmenschlichkeiten passieren doch fast täglich, ohne dass der Staat energisch gegen die Ursachen vorgeht. Das ist nicht nur mit den Islamisten so. Die sog. Antifa, die regelmäßig Polizisten angreift, Polizeiwagen beschädigt, Autos anzündet, Scheiben einschlägt und Menschen bedroht, wird von den Altparteien ja sogar noch unterstützt.
    Was nützen Denkmäler gegen Untaten der Vergangenheit, wenn die Politik nicht mal in der Lage ist, aktuelle Gewalttäter dingfest zu machen?

  4. Wenn ich mir die Bilder von Vernichtungslagern und Leichenbergen vor Augen führe ist die Gleichsetzung von Höcke mit Göbbels nach meinem empfinden eine perverse Verharmlosung der Naziverbrechen.

  5. @kataplektor
    Wir müssen verantwortlich handeln und aufpassen. Dass heisst insbesondere, dass wir als Gesellschaft sowohl dschihadistische, linksradikale aber eben auch rechtsradikale Tendenzen unter Kontrolle haben.
    Die AfD ist nicht rechtsradikal und möchte es auch nicht werden – deshalb müssen wir uns zu Rechtsradikalen deutlich abgrenzen. Björns Rede war da wirklich unglücklich und rückt unsere junge Partei in ein ganz falsches Licht. Auf die Wählerstimmen aus Richtung der NPD sollten wir grosszügig verzichten.

  6. @Hans Streck
    „Die AfD ist nicht rechtsradikal und möchte es auch nicht werden – deshalb müssen wir uns zu Rechtsradikalen deutlich abgrenzen. Björns Rede war da wirklich unglücklich und rückt unsere junge Partei in ein ganz falsches Licht. Auf die Wählerstimmen aus Richtung der NPD sollten wir grosszügig verzichten.“

    Volle Zustimmung, ist auch meine Meinung.

    Aber wir müssen auch aufpassen, dass uns die derzeit Allmächtigen nicht bei jeder Gelegenheit ein schlechtes Gewissen einreden. Es gab ja schon etliche Medienangriffe nach Aussagen oder Stellungnahmen von AfD Mitgliedern. Es wurde immer die Wahrheit gesagt, die unsere Gegner aber nicht hören wollen. Natürlich könnte man sich Einiges auch verkneifen. Aber die Medien nehmen uns nur wahr, wenn sie was zu meckern haben. Die Grenzen zum Rechtsradikalismus wurden meiner Kenntnis nach nicht überschritten.

    Es ist doch sehr bezeichnend, dass Herr Stegner, Herr Maas, Herr Schäuble oder auch Herr Gauck das (AfD) Volk beschimpfen und mit Nazis, Dumpfbacken, Pöbel usw. bezeichnen darf und niemand in den Medien regt sich auf. Als wenn alle ehemaligen Parteilosen oder Anhänger der Altparteien auf einen Schlag Nationalsozialisten geworden werden. Und was sich Frau Roth mit ihrem Deutschlandhass leistet, geht auch weit über den „guten Geschmack“ hinaus. Keiner in Ihrer Partei würde aber deshalb auf den Gedanken kommen, sie rauszubugsieren. Und in keiner Zeitung werden ihre Ausfälle gerügt.

    Klare Abgrenzung zu jeder Art von Radikalismus sollte für uns selbstverständlich sein. Aber auch Selbstbewußtsein, dass wir nicht nur das aussprechen, was die Medien von uns hören wollen.

    (Sehen wir uns heute Abend?)

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