AfD-Fraktion fordert „Institut für vergleichende Kulturforschung und Integration“

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Hamburg, 23.05.2016 – Migration und Integration sind in den letzten Jahren zu politischen Megathemen geworden, die sehr emotional diskutiert werden. Die AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft sieht zwar zahlreiche gelungene Beispiele gelungener Einwanderung, verweist aber auf etliche über die Stadt verteilte Problemviertel, in denen Integration zugewanderter Gruppen nur mangelhaft gelungen oder gar gescheitert ist. Daher soll anhand belastbarer wissenschaftlich fundierter Fakten untersucht werden, was Integration vor allem kulturell hemmt bzw. fördert. Dazu schlägt die AfD-Fraktion ein „Institut für vergleichende Kulturforschung und Integration“ vor – ein entsprechender AfD-Antrag (Drs. 21/4427) für die kommende Plenarsitzung der Bürgerschaft ist eingereicht worden.

„Es wird von den Altparteien ständig davon gesprochen, dass wir Migranten unsere Werte vermitteln müssen. Doch das bleibt erstens vage und zweitens viel zu häufig auch fruchtlos“, sagt Dr. Bernd Baumann, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion. Mit kulturellen Ursachen beschäftige sich kaum einer. Ein bloßer Verweis auf das Grundgesetz, Spracherwerb oder kurze Orientierungskurse bringen da zu wenig. „Es ist doch auffällig, dass Asiaten sehr häufig z.B. Top-Absolventen an Schulen und Unis sind, Migranten aus Nordafrika, dem Nahen und Mittleren Osten, die das Gros in den derzeitigen Flüchtlingsströmen nach Deutschland bilden, aber sehr oft zu den gesellschaftlichen Verlierern gehören“, so Bernd Baumann. Dabei ziehe das oft von linker Seite angebrachte Argument nicht, dass rein soziale Benachteiligungen für ausbleibenden Integrationserfolg verantwortlich seien. „Der soziale Aspekt ist ein Mosaikstein im Integrationserfolg, wenn auch ein wichtiger. Doch moderne Migrationsforscher wie Prof. Collier weisen nach: Es kommt längst nicht nur auf formale Ausbildung, Sprache und Fertigkeiten an, sondern eben auch auf kulturelle Integration, wie etwa Arbeitskultur, Kooperationsbereitschaft und vieles mehr“, sagt Baumann.

Die derzeitige Integrationsforschung drehe sich häufig im Kreis. „Schauen Sie sich nur mal das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an, das konzentriert sich weitgehend auf integrationshemmende Erlebnisse von Migranten, um Ausgrenzung und Diskriminierung. Was aber, wenn Migranten aufgrund ihrer Sozialisation im Herkunftsland und ihrer mitgebrachten Werte Probleme haben, sich auf unser System so einzulassen, wie die Menschen hierzulande es erwarten?“, so Baumann. Solche Kulturdifferenzen werden zu wenig erforscht. „Da gibt es ideologische Barrieren, gewisse Fragen dürfen da auch nicht gestellt werden, weil man sich sagt, alle Kulturen sind ja gleich und keine darf da gleicher sein.“ Es gehe hier mitnichten um eine Überhöhung der eigenen Kultur, sondern vielmehr müsse Grundlagenforschung zu dem Thema betrieben werden, um die praktischen Integrationserfolge deutlich zu verbessern.